Gelöschte Dateien wieder herstellen
Vorweg: Wurden Daten versehentlich oder von einem Virus gelöscht bzw. beschädigt, sollten möglichst wenige Datenbewegungen auf der beschädigten Partition erfolgen, da mit jedem Zugriff die Chancen auf die Restauration der verlorenen Daten sinkt.
Wenn die zerstörten Dateien nicht zweifelsfrei auf einen Bedienungsfehler zurückgeführt werden können (z.B. Alles auf D löschen), sondern Dateien „einfach weg“ waren, sollte nach der Datenrettung sehr intensiv nach dem Grund dieses Vorgangs geforscht werden. Das bedeutet: Intensives Prüfen des Systems auf Viren oder andere Schadprogramme. Wenn nur ein Rest Ungewissheit bleibt, kann es womöglich nervenschonender sein, den Rechner komplett neu einzurichten, als in einigen Wochen wieder vor einem „abgeräumten“ Laufwerk zu sitzen. Eine Prüfung der geretteten Daten mit einem aktuellen Virenscanner ist Pflicht.
Erforderliches „Werkzeug“
- Eine zweite Festplatte, auf die restaurierte Daten geschrieben werden können
- Ein Wiederherstellungsprogramm
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Für ungeübte Anwender ist das Programm RECUVA recht praktisch, da es nahezu automatisch arbeitet und mit Ampelsymbolen signalisiert, ob eine Restauration möglich ist. Das Programm ist Freeware und läuft unter allen moderneren Windows-Version. Die aktuelle Programmversion gibt es auf der Seite
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Recuva startet üblicherweise mit einem Assistenten. Den kann man deaktivieren (1). Für eine universellere Bearbeitung empfiehlt es sich, den Assistenten abzubrechen (2). |
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Wird der Assistent abgebrochen, kann man direkt das gewünschte Laufwerk wählen (1) und nach gelöschten Dateien durchsuchen lassen (2). |
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Über die Einstellungen (1) kann die Suche im Reiter „Aktionen“ konfiguriert werden (s.u.). Die Suche kann auf bestimmte Dateitypen eingeschränkt werden (2). Nach einer Änderung (1 und/oder 2) muss der Scan (3) wiederholt werden, damit die Liste (Pfeil) aktualisiert wird. |
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Bei den Einstellungen - Aktionen sollten - zumindest im ersten Anlauf - nur diese Schalter aktiv sein. Versteckte Systemdateien und Dateien ohne Inhalt sind sinnlos, gelöschte Dateien interessieren für die Wiederherstellung nicht. Der „Tiefenscan“ sucht intensiver, findet eventuell etwas mehr, dafür dauert es um ein mehrfaches länger. |
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Nach einem Suchlauf ist die Spalte „Zustand“ das Maß der Dinge. „Excellent“ (Grün) bedeutet, diese Datei lässt sich auf jeden Fall wieder herstellen. „Nicht gelöscht“ (Grün mit weißem Punkt) bedeutet, dass es klappen kann, aber nicht klappen muss. Alle anderen Stati sind informell, für eine Wiederherstellung allerdings reicht es nicht mehr. |
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Mit den Boxen am Zeilenanfang werden die Dateien ausgewählt, die wieder hergestellt werden sollen. Sobald (wenigstens) eine Datei markiert ist, kann der Schalter «Wiederherstellen» angeklickt werden. |
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Nach dem Anklicken von «Wiederherstellen» wird ein Pfad abgefragt, in den die Dateien geschrieben werden sollen. Es muss unbedingt ein anderes Laufwerk gewählt werden, andernfalls werden die Daten womöglich entgültig unbrauchbar! |
Nachdem die Rettungsmaßnahmen abgeschlossen sind, sollte man die geschriebenen Dateien prüfen, ob Sie brauchbar sind. Ggf. kann ein zweiter Rettungsversuch mit „Tiefensuche“ eine bessere Qualität liefern.
Datenrettung ist ein Glücksspiel. Selbst wenn Dateien gefunden und „gerettet“ werden, bedeutet das nicht, dass diese Dateien dann sicher verwendbar sind. Das muss ggf. Datei für Datei geprüft werden. Deshalb sollten wiederhergestellte Dateien niemals über korrekt gespeicherte und verfügbare Dateien mit gleichem Namen geschrieben werden. Es ist ratsam, restaurierte Dateien in einem eigenen Ordner zu halten und nur solche in die „normalen“ Strukturen zurück zu schreiben, die geöffnet und für gut befunden wurden.


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